SABINE BÖÖK
   Malerin

"Die Intension der Farbe
ist die Sehnsucht
und die Kraft
meiner großen Liebe"

  
Malen im Atelier
  
siehe unten

Die Künstlerin Sabine Böök (*1956), in Stuttgart geboren und in München aufgewachsen, begeisterte sich bereits im Kindesalter für die Kunst. Früh hat sie entdeckt, dass sie nicht nur die Kunst anderer betrachten, sondern selbst kreativ sein wollte. So hat sie 1964 als Achtjährige mit der Aquarellmalerei in der Kindermalschule von Antje Tesche-Mentzen begonnen. Bis 1974 hat sie dort mit Aquarell, Pastell, Ölkreide und Gouache gearbeitet. Neben textilen Arbeiten sind in dieser Zeit auch Keramiken entstanden. Auch war sie an zahlreichen gemeinsamen Ausstellungen beteiligt. Nachdem Sabine Böök ihre Schulzeit an der Rudolf Steiner Schule in München beendet hatte, machte sie ihre Leidenschaft zur Profession. Von 1974 bis 1977 studierte sie Gebrauchs- und Werbegrafik. Im Anschluss an diese Ausbildung arbeitete sie als Prospekt- und Bühnenmalerin bei der Bavaria-Atelier-Gesellschaft München.
Dort wirkte sie gemeinsam mit Frieder Thaler unter der Leitung des Oscar-Preisträgers Rolf Zehetbauer an zahlreichen renommierten Projekten mit und arbeitete mit namhaften Personen der Filmbranche zusammen. So war sie u.a. an den Filmen „Fedora“ von Billy Wilder und „Berlin Alexanderplatz“ von Rainer Werner Fassbinder beteiligt. Für die „Rheingold-Inszenierung“ von Herbert von Karajan malte sie das Bühnenbild. Gesundheitliche Gründe zwangen sie, zur technischen Seite des Films zu wechseln, und sie arbeitete als Grafikerin und Bildtechnikerin in der Trick-/Videoabteilung der Bavaria. Bis zu ihrem Umzug nach
Hamburg im Jahr 1986 hat Sabine Böök ihre künstlerischen Aktivitäten ruhen lassen. Nun lebt und arbeitet sie seit 1993 in der Nähe von Hamburg.

Seit 1996 arbeitet Sabine Böök ausschließlich mit Acrylfarbe. Hatte sie sich noch Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre mit der Aquarellmalerei, Gouache sowie vor allem mit der Aquarell-Wisch-Technik auseinandergesetzt, so beginnen nun erste Experimente mit Acrylfarbe. Dieses Material erlaubt – im Vergleich zur Ölfarbe – ein schnelles und spontanes Arbeiten. Hatte die Farbe bis dato eher eine untergeordnete Rolle als „Arbeitsmaterial“ gespielt, so entdeckt die Künstlerin jetzt die Farbe völlig neu. Diese Hinwendung zur Acrylfarbe leitet eine bedeutsame Wende im Oeuvre von Sabine Böök ein. Die Farbe dominiert bis heute ihr gesamtes Schaffen. Im Laufe ihres künstlerischen Experiments bricht die Farbpalette immer mehr auf, und kräftige strahlende Farben entwickeln sich zum emotionalen Spiegelbild der Künstlerin. Zur Steigerung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten wählt sie bewusst große Leinwandformate aus, auf denen sich die Farbe voll entfalten kann. Dort erprobte sie das Zusammenspiel von Licht, Farbe, Fläche und Form. Ihre Auseinandersetzung mit der Farbe führt Sabine Böök in die Abstraktion, und es entstehen Ende der neunziger Jahre mehrteilige großformatige Arbeiten. Aber sie will sich stilistisch nicht festlegen und variiert zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Bilder mit Blumenmotiven entstehen. In leuchtenden starken Farben nehmen einzelne Mohn- oder Tulpenblätter quadratische Bildflächen ein. Ihre riesigen Blätter scheinen über die Leinwand hinauszuwachsen, als wollten sie das Bild auf der Wand fortsetzen. Diese Arbeiten erinnern stark an die Blumenbilder der Amerikanerin Georgia O’Keeffe.

Der Abstrakte Expressionist Jackson Pollock vertrat die Vorstellung, ein Maler kann auf der Leinwand nur ausdrücken, was er im Innern fühlt, und er betrachtete die Leinwand als Arena – als Austragungsort des Kampfes mit der eigenen Person. Auch Sabine Böök begreift ihre Malerei als Konfrontation mit sich selbst. Dieses Bewusstsein setzt vor allem zu Beginn des Jahres 2000 ein, als sie schwer erkrankte. Die im Laufe des vergangenen Jahres entstandenen Bilder sind als Reaktion auf die Erkrankung zu verstehen; hervorgegangen aus einem Prozeß, in dem die Künstlerin versuchte, sich in ihrer neuen Lebenssituation zu orientieren und zu positionieren. Ihre Werke entwickeln sich zunehmend zum Spiegelbild der emotionalen Befindlichkeit. Sie tragen programmmatische Titel wie „Lebensfluss“, „Lebenseinschnitt“ oder „Aus dem Lot“ und verkörpern die konkrete Auseinandersetzung mit ihrer aktuellen Lebenssituation. Mit den Werken dieser Zeit betreibt die Künstlerin Schicksalsbewältigung. In ihnen manifestiert sich durch Dynamik und Farbigkeit eine klare und deutliche Lebensbejahung.

Charakteristisch für die Malerei von Sabine Böök ist unter dem Einsatz der Farbe als Gefühlsträger die Verflechtung von autobiographischen Elementen und künstlerischem Experiment. Gegenständlich oder abstrakt zu malen ist für die Künstlerin keine stilistische Grundsatzfrage, sondern abhängig von der jeweiligen Lebenssituation entscheidet sie sich für einen der beider Malstile. Die Art der Malerei wird durch ihr Lebensgefühl bestimmt. Ihre Bilder vereinen Sensibilität und Kraft. Obwohl man beim Betrachten ihrer Arbeiten, die Präsenz künstlerischer Vorbilder spürt, hat sie diese Nähe nicht bewusst gesucht, da sie keine künstlerischen Vorbilder besitzt, an denen sie sich orientiert oder „abarbeitet“.

Während ihrer freien künstlerischen Laufbahn war Sabine Böök an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.
                                                                   
Constance Vogelgesang

Auszug der Ausstellungen :
2000   Rathaus, Wedel
2001   Thomas Horn, Bergedorf
2001   AK - Krankenhaus, Barmbek


Malen im Atelier
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Malen in meinem hellen sonnigen Atelier...

Den Alltag vergessen und neue Kräfte schöpfen -
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